| Musik und Diktatur |
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| Nachrichten - Uruguay |
| Sonntag, den 29. Mai 2011 um 14:08 Uhr |
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Die Diktatur liegt nur etwas mehr als 2 Jahrzehte zurueck, man es sich jetzt gar nicht mehr vorstellen, wie das Leben war in Uruguay, als noch das Militär die absolute Macht hatte. Eine "typische uruguayanische Karriere" hat Daniel Viglietti gemacht. . Daniel Viglietti (Informationen zusammengestellt von Walter Mossmann ) /Daniel Viglietti aus Montevideo ist Sänger, Poet, Folklorist, Gitarrist, Autor in verschiedenen Medien und gehört in den Kreis der Künstler, die in den 60er Jahren das Folkrevival in Lateinamerika (Nueva Canción, Violeta Parra, Atahualpa Yupanqui etc.) geprägt haben, er war damals wohl der jüngste, heute ist er 70, und seine Kunst ist unvergleichlich. Sein berühmtestes Lied aus dieser ersten Periode: "A desalambrar!“.
In der Folge wanderten seine Lieder über alle Grenzen durch Lateinamerika und weiter bis zu uns. Während der Diktatur in Uruguay ging Viglietti für mehr als 10 Jahre ins Exil. ("Schlecht eingerichtet im Pariser Exil stellt die Stimme Lateinamerikas beharrlich die alten Fragen, die bei uns aus der Mode gekommen sind“). Heute lebt er wieder in Montevideo. Nach Deutschland, wo er in den 70er Jahren ständiger Gast war, kommt er nur noch selten. Freiburg. Als die Wiwili-Initiativgruppe 1983/84 versuchte, in der Stadt eine Mehrheit für eine Städtepartnerschaft Freiburg-Wiwili zu finden, kam er am 3. Mai 1984 zu einem legendären Konzert in den Freiburger Paulussaal. Das Programm: Die Lieder von Daniel Viglietti, außerdem Auszüge aus den Briefen von Tonio Pflaum und das "Unruhige Requiem", in dem er zitiert wird. / > „Canciones Humanas“ – Lieder über Menschen, so will Viglietti seine nächste > CD nennen. So möchten wir auch sein Werk beschreiben. Sensibilität, > politisches Bewusstsein und Erinnerung vermischen sich. http://www.youtube.com/watch?v=XUWuuBCDIpw&feature=related http://www.youtube.com/watch?v=_JJllQC8qmM http://www.youtube.com/watch?v=evLQUqXWreQ Weitere Informationen Daniel Viglietti / Canciones humanas* Die 60er Jahre des letzten Jahrhunderts waren in Uruguay durch heftige soziale Kämpfe geprägt. Mit ihnen einher ging der Boom der sogenannten *música popular*: Unter dieser Bezeichnung kam eine Generation von MusikerInnen und SängerInnen auf, die den *canto popular*, die uruguayische Version des Singer-Songwriting entscheidend veränderten. Sie suchten neue musikalische Ausdruckformen und griffen mit ihren Texten, die Mut und Hoffnung verbreiten sollten, in die sozialen Auseinandersetzungen ein. Einer der herausragenden Vertreter dieser musikalischen Strömung ist der 1939 geborene Daniel Viglietti. Von Kindheit an wächst er in einem musikalischen Umfeld auf. Seine Mutter, die Pianistin Lyda Indart, bringt ihm die klassische Musik nahe, sein Vater, Cédar Viglietti, die Folklore-Musik. Schon in jungen Jahren zeigt sich sein außergewöhnliches Talent im Gitarrespiel. Mitte der 1950er beginnt er eine musikalische Laufbahn als Konzertgitarrist und verfasst die ersten eigenen Kompositionen. Schnell zieht er die Aufmerksamkeit der Konzertgäste und Musikkritiker auf sich. Viele sehen in ihm den nationalen Hoffnungsträger für die Konzertgitarre. Doch Daniel und seine Gitarre entscheiden sich für einen anderen Weg. Tief beeindruckt von der kubanischen Revolution, widmet Viglietti sich der Fortentwicklung des *canción popular *und setzt sich in seinen Liedern mit der sozialen Realität seines Landes und Lateinamerikas auseinander. Berühmtestes Beispiel ist sein Stück *A desalambrar*, das Teil der 1967erschienenen Platte *Canciones para el hombre nuevo* ist. Das Stück avanciert zum Klassiker des canto popular. “A desalambrar” ist der revolutionäre Aufruf, die Zäune um den Großgrundbesitz einzureißen und das Land den Besitzlosen zu geben. “Ich frage alle hier, / habt ihr nie daran gedacht, / dass diese Erde uns gehört, / und nicht dem, der am meisten hat.” Mit dem Erscheinen dieser LP schließen sich die MusikerInnen des *canto popular *den Protesten gegen soziale Ungleichheit an. Das politische Lied, das “ein politisches Programm entwirft”, wie Viglietti es ausdrückt, geht auf die sozialen Bewegungen zu. AktivistInnen und MusikerInnen profitieren gleichermaßen von diesem Bündnis und inspirieren sich gegenseitig. In dieses Jahr fällt eine der kreativsten Schaffensphasen Vigliettis. In seinem Repertoire verbindet sich der rebellische Gestus mit der Poesie von AutorInnen wie Cesar Vallejo, Federico García Lorca, Rafael Alberti, Nicolás Guillén, Mario Benedetti, Idea Vilarino, Circe Maia u.a. Im Jahr 1972 ist Daniel Viglietti auf einem Gipfel seiner Popularität angelangt, während die Regierung mit brutaler Repression gegen die Opposition vorgeht. Die Gefängnisse füllen sich mit politischen Gefangenen, und auch Viglietti wird verhaftet. Dank einer internationalen Solidaritätskampagne, an der sich u.a. Miguel Angel Asturias, Jean Paul Sartre und Francois Mitterrand beteiligen, kommt er wieder frei. Doch nur wenig später begibt er sich 1973 nach dem Militärputsch in ein Exil, das elf Jahre dauern sollte. Von Paris aus verbreitet er seine Musik in der ganzen Welt und beteiligt sich an den Kampagnen gegen die lateinamerikanischen Diktaturen. Trotz Repression und Zensur bleiben seine Lieder in der lateinamerikanschen Bevölkerung die ganze Zeit über lebendig und machen den Widerstandsgruppen auf der Straße und den politischen Gefangenen Mut. Als sich 1984 das Ende des Militärregimes abzeichnet, kehrt Viglietti nach Uruguay zurück, wo er von Tausenden von Landsleuten begeistert empfangen wird. Sofort setzt er sich auf seinen Konzerten für die Freilassung der politischen Gafangenen und die Wiederherstellung der Demokratie ein. Nach dem Übergang zur Demokratie schließt sich Viglietti der Bewegung gegen die Straflosigkeit an. Auch für andere Bewegungen greift er unermüdlich – und häufig unentgeltlich – in die Saiten, sei es auf einem Konzert gegen die Privatisierung des Wassers oder einem Festival zur Unterstützung einer Landbesetzung im Norden Uruguays. Gegenüber der Frente Amplio-Regierung nimmt er eine im Grundsatz solidarische, in letzter Zeit aber auch zunehmend kritische Haltung ein. Parallel zu seinen Aktivitäten als Sänger ist er als Journalist für die Wochenzeitung *Brecha* tätig. In Radio und Fernsehen führt er durch eigene Sendungen. Auch nach über 50 Bühnenjahren vermag Daniel Viglietti mit seiner Stimme und seiner Gitarre das Publikum zu berühren. Und er setzt seine Suche fort, die ihn mit Generationen von Menschen verbindet, die wie er an der Utopie einer solidarischen Welt festhalten. |




