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Samstag, den 03. Dezember 2011 um 12:21 Uhr
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Auswandern - Länder in Europa und Amerika

Roland Klaus

590 Norwegen

Bild: Trondheim, Norwegen (Thinkstock)

Auch wenn es darum geht, in die Ferne zu schweifen, kann das Gute trotzdem nahe liegen. Beginnen wir daher unseren Streifzug mit der Liste der empfehlenswerten Auswanderungsländer auf unserem Kontinent. Zwei europäische Länder schaffen es in die Empfehlungsliste: die Schweiz und Norwegen.

Norwegen

Das Ass im Ärmel der Skandinavier sind die riesigen Erdölvorkommen in der Nordsee, die Norwegen zum wohl reichsten Land Europas machen. Zwar gibt es eine Staatsverschuldung, die aktuell bei rund 45 Prozent des BIP liegt. Diese wird jedoch deutlich übertroffen vom rund 500 Milliarden Euro schweren staatlichen Pensionsfonds, der in Wahrheit dafür sorgt, dass Norwegen ein stattliches Nettovermögen hat. In diesem Fonds legt die Regierung die Überschüsse aus den staatlichen Öleinnahmen sehr verantwortungsvoll an und sorgt dafür, dass der Wohlstand auch an jene Generationen weitergegeben wird, bei denen die Öleinnahmen eines Tages versiegt sein werden. Ein brüchiges Sozialsystem und Altersarmut sind daher in Norwegen nicht zu erwarten.

Im Gegenzug ist Norwegen ein teurer Standort. Vergleichsweise hohe Lebenshaltungskosten und hohe Steuern setzen einen gut bezahlten Job oder entsprechende finanzielle Reserven voraus.

Eine Aufenthaltsgenehmigung ist relativ problemlos zu bekommen. Für EU-Europäer gilt: Wer länger als drei Monate in Norwegen bleiben will, benötigt eine Aufenthaltserlaubnis. Diese kann im Land selbst bei den zuständigen Einwohnermeldeämtern beantragt werden.

Dazu muss sich der Einwanderer dann bei der Polizei melden. Nicht zuletzt dürfte ein Arbeitsvertrag obligatorisch sein oder zumindest der Nachweis, dem norwegischen Staat nicht unnötig auf der Tasche zu liegen.

Schweiz

Anders als in Norwegen kann ein Aufenthalt in der Schweiz aus steuerlichen Gründen attraktiv sein. Allerdings sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Kantonen recht groß. Ansonsten sprechen die Nähe zu Deutschland sowie die geringen Sprachbarrieren für die Schweiz. Allerdings weht den gut 200.000 Deutschen, die heute bereits in der Schweiz wohnen, bisweilen ein eisiger Wind ins Gesicht. Deutlich spürbar ist in einzelnen Regionen die Distanz der Einheimischen zu den Einwanderern. Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, die Immobilienpreise soweit nach oben getrieben zu haben, dass sie für viele Schweizer nicht mehr erschwinglich seien.

Die Staatsfinanzen der Schweizer sind – trotz fehlender Rohstoffe – sehr solide. Die Staatsverschuldung liegt bei weniger als 50 Prozent des BIP. Das Sozialsystem ist engmaschig und über eine Kopfpauschale geregelt. Es erscheint vergleichsweise zukunftssicher.

Im Auge behalten sollte man jedoch die starke Abhängigkeit der Schweiz von der Finanzbranche. Rund 12 Prozent des BIP werden von Banken und Versicherungen erwirtschaftet – das ist fast dreimal mehr als in Deutschland und im europäischen Durchschnitt. Hier lauert ein Risiko für den Staat, falls das Bankgeheimnis zu schnell und zu stark heruntergefahren wird und es zu einem massiven Abfluss von Kundengeldern kommt.

Auf dem amerikanischen Kontinent überzeugen vor allem Uruguay und Kanada als Auswanderungsziele:

Kanada

Das zweitgrößte Land der Erde ist ein klassisches Einwanderungsland. Rund 250.000 Menschen kommen jedes Jahr aus dem Ausland, um in Kanada zu leben. Doch der Eintritt ist keine Selbstverständlichkeit. Kanada verfolgt eine Politik der selektiven Zuwanderung – ein Test entscheidet über den Zugang zum Land. Fachkräfte und Akademiker, zusammengefasst unter dem Begriff »Skilled Worker Class«, die über mehr als ein Jahr Berufserfahrung verfügen, können die Einwanderung beantragen. Maximal 100 Punkte werden im Eignungsprogramm vergeben, unterteilt in die Kategorien Alter, Ausbildung, Arbeitsplatzangebot in Kanada, berufliche Erfahrungen, Sprache und nicht zuletzt die individuelle Anpassungsfähigkeit an das kanadische System und die dortigen Gepflogenheiten zum Beispiel im Geschäftsleben. Wer mindestens 67 Zähler verbuchen kann, wird für „staatstauglich“ befunden.

Doch gerade weil Kanada so wählerisch ist, ist es gut für die Zukunft vorbereitet. Die Selektion sorgt dafür, dass vor allem jene einwandern, die die Sozialsysteme des Landes stärken.

Die politische Weitsicht zeigt sich auch in der Staatsverschuldung. Sie liegt bei nur 35 Prozent des BIP, bis auf die Jahre der Finanzkrise (2008-2010) kennt Kanada Haushaltsdefizite nur vom Hörensagen.

Uruguay

Das Land gilt als die Schweiz Südamerikas. Uruguay verfügt über ein solides Bankgeheimnis und einen starken Finanzsektor. Der macht sich bisweilen auch negativ bemerkbar, zuletzt als die Staatspleite Argentiniens den kleinen Nachbarn in eine Wirtschaftskrise stürzte. Für Uruguay sprechen eine gesunde Demografie, eine geringe Verschuldung und die traditionelle Haushaltsdisziplin der Regierung.

Wer aus Deutschland kommt, für den ist Uruguay ein wahres Schlaraffenland der Preise. Lebensmittel kosten nur zwei Drittel dessen, was hierzulande auf dem Kassenbon steht. Die Sicherheitslage im Land ist, im Gegensatz zur Mehrheit der lateinamerikanischen Länder, mehr als akzeptabel. Ob Drogenverbrechen, Zwischenfälle mit Feuerwaffen oder Überfälle – in all diesen Kategorien ist Uruguay weniger stark vertreten als seine Nachbarn.

http://ratgeber-finanzen-yahoo.de/auswandern-laender-in-europa-und-amerika/

 

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